Wudang- Tai Chi Chuan
der sagenumwobene     legendärer Urvater des Tai Chi Chuan

Der Name Wudang Tai Chi Chuan wurde von Cheng Tin-hung geprägt, der nie für sich in Anspruch genommen, hat einen bestimmten Tai Chi Stil zu unterrichten.
Chang San-feng, der Begründer des Tai Chi Chuan, wohnte in den Wudang-Bergen, worauf sich der Name Wudang bezieht.

Die Begriffe "Practical (anwendbares) Tai Chi Chuan" (PTTC) und "Wudang Tai Chi Chuan" werden hier austauschbar genutzt, wobei "Practical Tai Chi Chuan International" der von Dan Docherty registrierte Systemname ist.


Wie auf dem Stammbaum zu sehen ist, gibt es verschiedene Verbindungen zum Chen-, Wu- und Yang- Familiensystem. Dabei kam offensichtlich der größte Einfluss von Yang Pan-hou und (Wu)Quan-yu.


der Stammbaum des PTTC

Wudang Tai Chi Chuan: Practical Tai Chi Chuan

Wudang Tai Chi Chuan, von Dan Docherty und den von ihm ausgebildeten Lehrern gelehrt und angewendet, ist – wie schon der Untertitel beschreibt – ein praktizierbares, ein anwendbares Tai Chi Chuan.

Es ist eine der Inneren Kampfkünste, die u.a. das Ziel hat, den eigenen Körper auf einen möglichen Kampf vorzubereiten. Dazu gehört es, den Körper durchlässig und sensibel, geschmeidig und beweglich, aber auch strukturiert und kräftig zu machen.

Es beginnt mit der Wahrnehmung und Neuorganisation des eigenen Körpers durch das Erlernen der Handformen, von denen es eine Kurze und eine Lange gibt.
Zu den einzelnen "Bildern" der Form gibt es praxisnahe Anwendungen, wodurch die blumig bezeichneten Bilder einen Inhalt bekommen und der Ausübende sich vorzustellen lernt, was er da eigentlich mit seinem Körper tut.

Ausserdem können verschiedene Waffenformen erlernt werden: die Speer-, Säbel- und Schwertform.
Auch hier werden Anwendungen vermittelt, die ebenfalls auf die einzelnen Formen zurückwirken.
Dadurch dass die Waffen ein Gewicht haben, welches teilweise recht schnell bewegt wird, lernt der Körper auch dynamische Kräfte zu bewegen und wird dadurch zentrierter und kräftiger.

Nicht zu vergessen sei das Tui Shou (Pushing Hands), eine partnerschaftliche Auseinandersetzung, die zum einen die Sensibilität und Struktur des Körpers verbessert, zum anderen eigene Grenzen erkennen und verändern lässt und auch Durchsetzungsfähig fördert.


Jeder kann selbst bestimmen, wie weit und wie intensiv er diesen Weg gehen will – ob der meditative, der beweglich und geschmeidig machende, der gesundheitliche Anteil im Vordergrund bleibt, der anwendungsorientierte Aspekt oder gar die erfolgreiche Teilnahme an einem Wettkampf die Herausforderung darstellt ist jedem selbst überlassen - eins soll aber nicht verschwiegen werden:
ohne Kampf mit sich selbst, ohne Anstrengung und Überwindung geschieht nur sehr wenig.

Nur wer unter dem Motto "mit einem eisernen Willen kann ein Stössel zur Nadel geschliffen werden" übt, kann den wahren Sinn des Tai Chi Chuan erkennen.

So wie sich das Tai Chi Chuan aus verschiedenen Bestandteilen zusammensetzt, wodurch es erst zum Ganzen werden kann, wird das Tai Chi Chuan zum Bestandteil des eigenen Lebens und wirkt sich auch darauf aus.